• 23. Mai 2026 22:05

Feuerwehrsenioren besichtigen das Alte Rathaus Karlsdorf

Mai 23, 2026 #Altersabteilung

Viele Diskussionen in den Reihen der Mitglieder der Altersabteilung unserer Feuerwehr blieben lange ohne Ergebnis. Die einfache Frage war: Warum heißt das „Derndl“ eigentlich so?

Andrea, die Frau unseres Kameraden Norbert Geißler, stammt aus Karlsdorf und hat uns ein Zitat aus dem Buch „Wie de Karlsderför  schwätzt“ von Peter Krieger zur Verfügung gestellt:

„Laterne ist eine kunsthistorische Bezeichnung für einen turmartigen Aufbau auf einem Dach. Besonders im benachbarten Neuthard sagt man nicht nur zu dem Türmchenaufbau auf dem Karlsdorfer Alten Rathaus, sondern zum ganzen alten Rathaus ‚s’Derndl‘. ‚Derndel‘ ist zwar kein Karlsdörfer Ausdruck, aber eine Karlsdörfer Einrichtung, deshalb ist es auch erwähnt.“

Somit war diese Frage geklärt, und schnell kam die Idee auf, das „Derndl“ auch einmal zu besichtigen. Ehrenkommandant Martin Schmitt stellte den Kontakt zum Heimatverein Karlsdorf her, und im Mai war es dann soweit. Bertram Fuchs, Vorsitzender des Vereins, führte die Feuerwehrsenioren mit ihren Partnerinnen durch das inzwischen als Heimatmuseum genutzte Alte Rathaus.

In verschiedenen Räumen werden dort anhand von Plänen, Modellen und Gegenständen aus der jeweiligen Zeitgeschichte die Entwicklung des ehemaligen Dettenheim sowie der Umzug nach Altenbürg und dessen Geschichte dargestellt. Fuchs ging auch auf die bis ins Mittelalter zurückreichende Entstehungsgeschichte des Wasserschlosses sowie der späteren fürstbischöflichen Schlossanlage Altenbürg im Bereich von Karlsdorf ein.

Nicht fehlen durften natürlich auch überlieferte Anekdoten und Geschichten aus der Beziehung der beiden Ortsteile. „Die Neutharder Bauern hatten oft ihre Heuwagen so hoch geladen, dass sie nicht mehr durch den Torbogen passten. Sie waren auf dem Weg von den Wiesen im Kessel, der Kohlfahrt oder gar aus den Talwiesen in Bruchsal nach Hause“, erklärte Fuchs im Torbogen. Die Durchfahrt war bis in die 1960er Jahre Teil der Hauptstraße in Karlsdorf auf dem Weg nach Neuthard.

Edgar Geißler bedankte sich im Namen der Gäste bei Bertram Fuchs für die sehr interessante Führung und die vielen neuen Geschichten rund um unsere Gemeinde. Ein gemeinsames Abendessen im Kreise der Alterskameraden und deren Partnerinnen bildete den harmonischen Abschluss für eine erneut schöne Zusammenkunft.